Fit mit dem Smartphone

Das Wetter behauptet, es wäre bald Zeit für Frühling, und in der sommerlichen Ferne droht bereits die Bikinifigur. Höchste Zeit für etwas Sport! Während früher die Waage als Erfolgsmessinstrument genügte, benötigt der Sportler von heute detailliertere Kontrolle über seine Fortschritte. Dann kann man mit den anderen Fitnessbegeisterten Messwerte und Fortschritte vergleichen. Zahlreiche Geräte nehmen ihm die Arbeit ab und erfassen die Bewegung und andere Daten. So wird Sport zum Wettkampf und Spiel –  mit den anderen und gegen den inneren Schweinehund.

Vier Kilometer pro Bürotag

Ein Fitnesstracker muss her! Der kann mir genau sagen, wie viele Schritte ich heute bereits gelaufen bin, ob für den Heimweg also das Auto, die Bahn oder ein Fußmarsch angesagt sind. Es ist erstaunlich: Bereits im normalen Büroalltag laufe ich etwa vier Kilometer. Das weiß ich allerdings nicht von einem Fitnesstracker, sondern von meinem Handy. Mit seiner neuesten iOS-Version hat Apple eine neue App namens Health eingeführt. Diese zählt meine Schritte brav mit.

Wie ein Test herausgefunden hat, sind diese Zählungen genauso zuverlässig wie ein Fitnesstracker (hier über den Test lesen). Das ist praktisch, denn mein Handy habe ich sowieso immer in der Tasche, beim Weg zu Arbeit, beim Wandern zwischen den Büros, beim Einkaufen, beim Spazierengehen, eben immer. Die Health-App misst außerdem noch die Treppen, die ich jeden Tag steige. Seitdem grinsen die fahrstuhlnutzenden Kollegen immer, wenn ich die Treppe nehme: „Ach, willst du wieder dein Handy beeindrucken?“

Fit dank Handy

Smartphones erfassen die Schritte ähnlich präzise wie Fitness-Geräte.

Smartphones erfassen die Schritte ähnlich präzise wie Fitness-Geräte und können somit im Alltag gut deren Aufgaben erfüllen. [Quelle: The Journal of the American Medical Association]

Natürlich werde ich weder durch Fitnesstracker noch durch Smartphone fitter – aber bereits die Erfassung der Werte zeigt mir, welche Potenziale es gibt. Wie eben die Vermeidung von Fahrstühlen. Oder dass ich nicht immer mit dem Auto fahren muss. Jeder zusätzliche Schritt wird registriert, und der Vergleich über die Wochen und Monate hilft, mehr Bewegung  in den Alltag zu integrieren. Dem Handy ist es egal, ob und wie viel ich laufe, aber ich erkenne in den Kurvenverläufen, wenn ich dem Schlendrian in mir wieder Kontra geben sollte.

Dank der zahlreichen Sensoren im Handy, und auch in Smartwatches, können diese Geräte solche Zusatzaufgaben nebenher auch noch erledigen, ich benötige nicht zwangsläufig ein weiteres Gerät am Körper, das eh die gleichen Sensoren nutzt und lediglich etwas formschöner und kompakter gebaut ist – dafür aber nicht zum Telefonieren taugt. Zahlreiche Apps erweitern die Erfasssungs- und Auswertungsmöglichkeiten auf dem Smartphone noch einmal, sodass auch Sportenthusiasten geeignete Tools finden. Für die Gelegenheitsfitnesser wie mich, die einfach nur die Aktivität in ihrem Alltag besser verfolgen wollen, genügen solche Standard-Apps wie „Health“.

Ergänzend halte ich Schlafzeiten, Waagenergebnisse und gefahrene Fahrradkilometer fest. Diese Daten offenbaren die Muster meines Alltags, und ich erkenne langfristige Tendenzen, die mir sonst entgingen. Manche Muster, beispielsweise lieber die Treppe als den Fahrstuhl zu nehmen, werden bestärkt, andere bin ich motiviert zu durchbrechen.

So hilft bereits das Handy, die Potenziale im Alltag zu entdecken und effektiver zu nutzen. Ein Fitnesstracker wäre im Alltag genauso auffällig und irritierend wie Sportsachen. Aber für alle Situationen, in denen Sportbekleidung angemessen ist, kann ein zusätzlicher Fitnesstracker die Datenerfassung und -auswertung weiter verbessern.

Wille ist wichtiger als Gadget

Wer gesund leben will, braucht nicht unbedingt das tollste neue Gadget. Wichtig ist nicht, dass man die neueste und coolste Technik mit sich herumträgt, sondern dass man die Technologie findet, die sich am einfachsten in den Alltag integriert. Oft können bereits vorhandene Möglichkeiten helfen – wenn man ihre Möglichkeiten kennt und sie sinnvoll nutzt.

Dann braucht es nur noch den Willen, aus den kalten Daten tatsächliche Handlungen abzuleiten und sich auch wirklich zu bewegen.

Ein Kommentar

  1. Hi Alexander

    Ich selbst habe auch schon den Test gemacht, inwieweit Fitnessarmbänder und Apps sich in der Erfassung der Bewegungen unterscheidet. Dabei bin ich auf eine Differenz von unter 5 Prozent gekommen, was absolut in Ordnung ist.

    Einen Mehrwert bietet mir ein Fitnessarmband aber in folgenden Punkten:

    1. Ich kann bei vielen Armbänder direkt auf dem Display die wichtigsten Daten ziehen und muss dazu nicht das Smartphone aus der Hose kramen.

    2. Nahezu alle aktuellen Tracker werten Deinen Schlaf aus. Im Idealfall ist sogar ein Schlafphasenwecker integriert, sodass man in einer Leichtschlafphase geweckt wird.

    Diese beiden Dinge möchte ich nicht mehr missen. Auch die Benachrichtigungsfunktion (Vibrieren am Handgelenk) ist prima, da ich das Smartphone selbst gerne auf komplett lautlos ohne Vibrieren stelle.

    Gruss
    Tobs

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